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<i> Bebelplatz </i> von Fabio Stassi

Bebelplatz von Fabio Stassi

Die Begegnung wird von Cecilia Mussini moderiert.

BÜCHER, ERINNERUNG UND WIDERSTAND: EINE REISE IN DEN BEBELPLATZ

Am Freitag, den 24. April um 19:00 Uhr findet im Rahmen des ILfest die Präsentation von Bebelplatz von Fabio Stassi statt – ein Buch, das mit Klugheit Geschichte, Erinnerung und die Leidenschaft für Literatur miteinander verwebt. Das Gespräch wird von Cecilia Mussini moderiert, die das Publikum auf einem Weg begleitet, der bei den Bücherverbrennungen beginnt und bis zu den drängendsten Fragen der Gegenwart führt.

Eine europäische Geschichte, eine zeitgenössische Sensibilität

„Stassis Buch fügt sich voll und ganz in eine Tendenz der letzten Jahre ein: die Rückkehr zum 20. Jahrhundert“, erklärt Mussini. Doch er tut dies aus einer originellen Perspektive: „Er blickt nicht auf den italienischen Faschismus, sondern auf die Nazi-Scheiterhaufen und versucht zu verstehen, welche italienischen Autoren davon betroffen waren.“ Neben der historischen Dimension tritt ein weiteres zentrales Element hervor: die autobiografische Komponente. Die Suche des Autors beginnt mit einer Reise nach Deutschland und weitet sich schrittweise aus: „Es wird auch zu einer Reise durch die Bücher, die ihn als Leser und als Schriftsteller geprägt haben.“ Eine Verflechtung von kollektiver Geschichte und persönlicher Erinnerung, die das Buch zutiefst zeitgenössisch macht.

Die Gefahr einer Welt in „Schwarz-Weiß“

Im Herzen von Bebelplatz steht eine Frage, die auch heute noch mit Kraft nachhallt. „Warum machen manche Bücher Angst?“, fasst Mussini zusammen. Durch die Analyse der Mechanismen der Zensur beleuchtet das Buch einen wesentlichen Punkt: „Literatur ist transgressiv, weil sie die Ambiguität der menschlichen Erfahrung ausdrückt.“ Und genau diese Ambiguität versuchen totalitäre Regime zu beseitigen: „Totalitäre Ideologien zielen auf eine vereinfachte, manichäische Welt ab“, betont sie. Daraus entsteht eine hochaktuelle Unruhe: „die Angst vor einer Welt in Schwarz-Weiß“. Über die Scheiterhaufen der Vergangenheit nachzudenken, wird so zu einem Weg, die Zeichen der Gegenwart zu erkennen.

 

<i> Bebelplatz </i> von Fabio Stassi

Ein Buch, viele Pfade

Einer der faszinierendsten Aspekte von Bebelplatz ist sein Reichtum. „Es ist ein Buch, das viele Lesebereichen bietet“, unterstreicht Mussini. „Es gibt die fast krimiähnliche Dimension, die der Suche des Autors folgt. Es gibt das Porträt grundlegender Figuren wie Emilio Salgari, die Generationen von Lesern geprägt haben. Und es gibt eine intimere Komponente: seine Reisen, auch die persönlichen, oft verbunden mit Ortswechseln zwischen europäischen Ländern.“ Ein Element, fügt Mussini hinzu, das „auch viel zu jenen sprechen wird, die wie wir im Ausland leben. Ich denke kurzum, dass die Vielfalt von Bebelplatz viele Lesebereichen ermöglicht, die für viele Arten von Lesern und Leserinnen geeignet sind.“

Ist Lesen noch ein politischer Akt?

Das Verhältnis zwischen Literatur und Realität ist einer der roten Fäden des Werks. „In welcher Weise formt Literatur die Realität, und in welcher Weise beeinflusst die Realität die Literatur?“, fragt sich Mussini. Die Antwort ist weder einfach noch selbstverständlich: „Ich glaube nicht, dass Literatur allein schon ein Akt des Widerstands ist.“ Und doch gibt es einen festen Punkt: „Es ist sicherlich ein politischer Akt, sich zu fragen, wie Literatur uns hilft, Macht und Ideologien zu verstehen.“ Eine Reflexion, die diese Begegnung besonders aktuell – und notwendig – macht.

Ein Grund, dabei zu sein

Bebelplatz ist viel mehr als ein Buch über Zensur: Es ist eine Einladung, mit größerem Bewusstsein zu lesen, die Vergangenheit zu hinterfragen, um die Gegenwart zu verstehen, und den Wert – sowie das Risiko – von Worten zu erkennen. Eine Begegnung für alle, die glauben, dass Literatur niemals nur Literatur als Selbstzweck ist.

 

 

 

Valentina Pinton