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<i> Caccia allo Strega </i> von Gianluigi Simonetti

Caccia allo Strega di Gianluigi Simonetti

Moderiert wird das Gespräch von Elisabetta Cavani

INNERHALB DES LITERARISCHEN „SYSTEMS“

Am 25. April um 17 Uhr wird das ILfest die Präsentation von Caccia allo Strega von Gianluigi Simonetti veranstalten, einem Buch, das einen der einflussreichsten Preise der italienischen Erzählliteratur aus nächster Nähe — und mit kritischem Blick — betrachtet. Das Gespräch wird von Elisabetta Cavani geleitet, die das Publikum auf eine Reise durch Literatur, Verlagswesen und oft unsichtbare Dynamiken mitnimmt.

Der „mittlere Roman“ und die heutigen Tendenzen
„Durch die Analyse der Gewinner der letzten zwanzig Jahre hebt Simonetti Merkmale hervor, die immer wiederkehren“, erklärt Cavani. Dazu gehören „die Verwendung der Ich-Form, die Betonung von Emotionen und Gefühlen, aber auch Formen wie Non-Fiction oder der explizit deklarierte historische Roman“. Es entsteht ein klares Bild: „Ein ‘mittlerer Roman’ setzt sich durch“, mit einer zugänglichen Sprache, die jedoch durch literarische Elemente veredelt ist, und mit Themen, die die Gegenwart widerspiegeln — „Familie, Identität, weibliche Figuren, gesellschaftliche Fragen“. Und nicht nur das: „Es sind oft Bücher, die sich für Filme oder Serien adaptieren lassen, und manchmal scheinen sie bereits mit diesem Ziel geschrieben zu sein.“ Ein nüchterner Blick, der direkt auf die Frage des Festivals antwortet: Wohin entwickelt sich die italienische Literatur?

Ein Buch, das die Dynamiken hinter Literaturpreisen aufdeckt
Doch was steckt wirklich hinter der im Titel angedeuteten „Jagd“? „Das Buch versucht, die Dynamiken sichtbar zu machen, die Literaturpreise bestimmen“, erläutert Cavani. Dabei zeichnet es einen entscheidenden Wandel nach: „Literaturpreise entstehen, um die Autonomie der Schriftsteller zu unterstützen, werden aber im Laufe der Zeit zwangsläufig an verlegerische Logiken gebunden.“ Auch der Strega-Preis bildet keine Ausnahme: „Er muss den literarischen Anspruch und den kommerziellen Druck miteinander vereinbaren.“ Eine Spannung mit konkreten Folgen: „Autoren könnten dazu verleitet werden, einen ‘Strega-Roman’ zu schreiben“, während ihre öffentliche Rolle wächst — „immer mehr werden sie zu Promotoren ihrer selbst, zwischen Festivals, Lesungen und sozialen Medien“. Ein faszinierender und komplexer Mechanismus, den das Buch ohne Vereinfachungen zu betrachten einlädt.

<i> Caccia allo Strega </i> von Gianluigi Simonetti

 

(Wirklich) Bücher lesen
Doch Caccia allo Strega ist nicht nur eine Analyse des Systems: Es ist auch — und vielleicht vor allem — eine Einladung an die Leser. „Mit größerer Aufmerksamkeit für Stil, Struktur und Sprache zu lesen“, betont Cavani.
Ein Perspektivwechsel, der über die Handlung hinausgeht: „Nicht nur wegen der Geschichte lesen, sondern auch, um sich überraschen zu lassen oder sogar irritieren zu lassen.“ Mit anderen Worten: zurück zu einer bewussteren, anspruchsvolleren — und damit lebendigeren — Leseerfahrung. „Etwas Neues zu entdecken“: Das ist letztlich die Herausforderung, die das Buch an seine Leser richtet.

 

Ein Grund, dabei zu sein
Diese Veranstaltung ist die perfekte Gelegenheit, Literatur aus einer anderen Perspektive zu betrachten: nicht nur als Sammlung von Geschichten, sondern als System, Praxis und Kräftefeld. Und vor allem, um mit einer zusätzlichen Frage nach Hause zu gehen: Wenn wir heute einen Roman lesen, was lesen wir eigentlich wirklich?

 

Also: Termin beim IlFest am 25. April um 17 Uhr!

 

Valentina Pinton