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<i> Cartagloria </i> von Rosa Matteucci

Cartagloria von Rosa Matteucci

die Begegnung wird von Marco Patrone moderiert

ZWISCHEN IRONIE UND VERTIGO: EIN ROMAN AUSSERHALB DER NORMEN

Am 26. April um 15:30 Uhr präsentiert das ILfest den Roman Cartagloria von Rosa Matteucci (Adelphi) – ein Werk, das sich in einem instabilen und faszinierenden Gleichgewicht zwischen Komik und Tragik bewegt. Marco Patrone wird die Begegnung moderieren und das Publikum in eine Geschichte führen, in der Trauer und spirituelle Suche auf unkonventionelle, ironische und zutiefst menschliche Weise miteinander verwoben sind.

Eine originelle Stimme in der zeitgenössischen Belletristik

„Rosa Matteucci ist eine Schriftstellerin mit einem sehr reichen und prägnanten Stil“, betont Patrone und erinnert daran, dass die zeitgenössische italienische Literatur „vielfältiger ist als jedes Stereotyp“. In diesem Panorama, das oft von eher uniformen Schreibweisen geprägt ist, sticht Cartagloria deutlich hervor: „eine flüssige, aber kostbare Sprache“, die Spuren hinterlässt. Der Roman reiht sich in das Genre der Autofiktion ein – „das derzeit viel Raum gewinnt“ –, tut dies jedoch auf alles andere als vorhersehbare Weise: „exzentrisch und kohärent“ mit dem Weg der Autorin, der bereits mit Lourdes begann. Ein Buch, das mit der Gegenwart dialogisiert, ohne sich jemals ihren Formeln anzupassen.

Ironie, die eine tiefe Suche verbirgt

„Es handelt sich um ein amüsantes Buch“, stellt Patrone sofort klar. Doch es wäre zu kurz gegriffen, hier stehen zu bleiben. Denn unter der ironischen Oberfläche bewegt sich etwas Tieferes: „Durch die Suche nach einem spirituellen Halt wird eine weitaus schwindelerregendere Suche thematisiert – die nach dem eigenen Platz im Leben.“ Hier liegt die Stärke des Romans: in der Verbindung von Leichtigkeit und Schmerz. „Sicherlich wird gelacht“, aber gleichzeitig „wird über Traumata, Niederlagen, Versuche der Wiedergutmachung und der Selbstfindung gesprochen“. Das Ergebnis ist eine offene, persönliche Erfahrung: „Manche werden lachen, andere nachdenken – oder beides tun.“

<i> Cartagloria </i> von Rosa Matteucci

Autofiktion und Fantasie

Was den Ursprung der Erzählung betrifft, mahnt Patrone zur Vorsicht – „ich maße mir nicht an zu wissen, was im Kopf der Autorin vorging“ –, erkennt aber eine klare autobiografische Matrix. „Man erahnt es schon am Coverfoto“, bemerkt er und nimmt damit eines der Themen vorweg, die während des Treffens vertieft werden. Die Frage wird dadurch umso interessanter: Wie verwandelt sich persönliche Erfahrung in Erzählung? „Wir werden versuchen, die Methode zu verstehen, mit der die Autorin ihre eigene Biografie in einen sehr fantasievollen, stellenweise sogar fast magischen Kontext einbettet.“ Ein feines Gleichgewicht zwischen Realität und Erfindung, das eines der faszinierendsten Merkmale des Buches ist.

Eine Literatur, die überrascht

Im internationalen Kontext des ILfest ist Cartagloria auch eine Einladung, den Blick zu weiten. „Was uns interessiert, ist die Präsentation der italienischen Literatur in ihren verschiedenen Tendenzen“, erklärt Patrone und geht dabei über das hinaus, was sich am leichtesten exportieren lässt. An diesem Roman besticht insbesondere „ein reicher und erfüllender Stil“, gepaart mit einer Vision, die „ironisch und zugleich schmerzlich“ ist. Eine Spannung, die ihre Wurzeln auch in einer katholischen Sensibilität hat – „zwischen Schuldgefühl und dem Streben nach Ewigkeit“ –, jedoch gefiltert durch „einen schrägen Blick und eine entfesselte Ironie“. Das Ergebnis? „Blicke des Staunens zu provozieren“ und neue Neugier zu wecken.

Eine Einladung zur Überraschung

Cartagloria ist ein Roman, der verspricht, zu verblüffen. „Etwas, das man nicht weiß, die eine oder andere Überraschung“, sagt Patrone und lädt die Leser ein, sich von ihren eigenen Erwartungen wegzuführen. Das abschließende Versprechen ist klar: „Man kann sich darauf vorbereiten zu lachen oder zu lächeln, sich zu amüsieren – aber nicht so, wie man denkt.“

📍 Termin: 26. April, 15:30 Uhr, beim ILfest. Ein Treffen für alle, die in der Literatur nicht nur Antworten suchen, sondern – und vor allem – Überraschungen.

 

A. Denti