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modera Marco Montemarano

Tra lei e me von Giampaolo Simi

Moderiert wird das Gespräch von Marco Montemarano

Unter den am meisten erwarteten Titeln des ILfest 2026 ist Tra lei e me von Giampaolo Simi, ein Roman, der sich mit großer Natürlichkeit zwischen erzählerischer Spannung und emotionaler Tiefe bewegt. Ein Noir, der es versteht, Ermittlung, Erinnerung und Verlust miteinander zu verweben und dem Leser eine Geschichte zu bieten, die nicht nur unterhält, sondern in die Tiefe geht.

Im Gespräch mit dem Autor wird Marco Montemarano sein, der die Begegnung moderiert und dabei nicht nur die erzählerischen Aspekte, sondern auch die menschlichere und verletzlichere Dimension des Buches in den Blick nimmt. Ein Austausch, der intensiv zu werden verspricht und die vielen Schichten eines komplexen Werks sichtbar machen kann.

Ein Buch in der Gegenwart (und darüber hinaus)

Das Thema dieser Festivalausgabe — Wohin bewegt sich die italienische Literatur? — findet in diesem Roman eine besonders bedeutende Antwort.
„Die italienische Literatur folgt, wie die Literatur jeder Zeit, den Themen und Atmosphären der Welt, in der sie eingebettet ist, und nimmt sie zugleich vorweg“, erklärt Montemarano. Und in Tra lei e me treten diese Themen mit Nachdruck hervor: „geschlechtsspezifische Gewalt, Erinnerung, verpasste Gelegenheiten, das, was wir heute die ‚Sliding Doors‘ unseres Lebens nennen“.

Doch es gibt auch eine Reflexion über das Genre selbst: „Ist es ein Krimi, eher ein Thriller oder ein Noir — wie man heute gern sagt?“ Ein Bereich, der in der zeitgenössischen Literatur stark vertreten ist, oft mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Und dennoch, betont Montemarano, geschieht hier etwas anderes: „ein Noir mit außerordentlichen literarischen Qualitäten“. Gerade diese Verbindung — Gegenwärtigkeit und stilistischer Anspruch — macht das Buch zu mehr als nur einer gut erzählten Geschichte: „ein Buch, das auch in Jahren noch gelesen werden kann, wie ein Klassiker“.

Die Frage, die bleibt

Im Zentrum des Romans steht eine universelle Frage, eine jener Fragen, die auch nach dem Zuklappen des Buches nachhallen:
„Kann man etwas tun, damit der Verlust eines geliebten Menschen weniger schmerzhaft wird?“

Der Protagonist bewegt sich innerhalb dieser offenen Wunde und sucht nach einer Form des Widerstands: „Er stellt sich selbst und seine Fähigkeit zur Intuition ganz in den Dienst dieses Ziels“, erzählt Montemarano. Die Suche nach Wahrheit wird so zu etwas, das über eine bloße Ermittlung hinausgeht: ein Versuch, Sinn zu geben, „etwas Gutes getan zu haben“, auch wenn die Zeit zum Handeln längst vergangen scheint.
„Er konnte ein tragisches Ereignis nicht verhindern und versucht im Nachhinein, es irgendwie wiedergutzumachen“: eine emotionale Spannung, die den gesamten Roman durchzieht und die Montemarano mit einem einzigen, endgültigen Wort zusammenfasst: „Erschütternd“.

 

modera Marco Montemarano

Wo eine Geschichte entsteht

Woher entsteht eine solche Geschichte? „Das ist eine Frage, die ich dem Autor selbst stellen werde“ — doch Montemarano deutet bereits eine faszinierende Spur an.
„Manchmal gehen Autoren von kleinsten Gedankenkernen aus“, beobachtet er. „Ein Dialog zwischen einer Mutter und ihrem Kind im Supermarkt, eine zweideutige Szene am Strand.“

Simis Werk ist vollkommen gelungen und stimmig, und gerade deshalb gelingt es ihm, seinen Ausgangspunkt gut zu verbergen. Gibt es etwas, das ihn besonders beeindruckt hat? „Die Beziehung des Protagonisten zu seinem eigenen Körper.“

Ein Körper, der die Spuren der Zeit trägt — „früher athletisch, als Rugbyspieler, heute mit Beschwerden konfrontiert“ — und der zum Ort wird, an dem sich Schmerz manifestiert. „Es gibt Szenen, in denen sich der Protagonist fast kopfüber hinsetzt, um den Schmerz zu lindern“, erzählt er. Ein körperliches Detail, das symbolische Bedeutung annimmt: „Es ist ein Schmerz, der mit Verlust zu tun hat. Eine Somatisierung, würde ein Psychologe sagen.“ Und so nimmt die Vermutung Gestalt an: „Wer weiß, vielleicht ist Simi genau von dort ausgegangen.“

ILfest: eine besondere Begegnung

Ein Buch in München im Rahmen des ILfest vorzustellen, bedeutet auch, die Perspektive zu verändern.
„Die Autoren, die zu uns kommen, erleben sich gewissermaßen auf Reisen, außerhalb der gewohnten Mechanismen“, erklärt Montemarano. Selbst diejenigen, die große Bühnen gewohnt sind, finden sich hier in einer intimeren — und vielleicht gerade deshalb authentischeren — Atmosphäre wieder.

Das Publikum, oft bestehend aus im Ausland lebenden Italienern, schafft eine besondere Stimmung: „Sie unterhalten sich gern, signieren Bücher, nehmen sich Zeit.“ Es entsteht eine direktere, weniger gefilterte Beziehung, die einen echten Austausch zwischen Schreibenden und Lesenden ermöglicht.
„Sie fühlen sich als Vertreter einer Kultur insgesamt“, fügt Montemarano hinzu, „nicht mehr nur als Teil einer einzelnen Blase.“ Eine Erfahrung, die jede Begegnung einzigartig macht.

Ein Grund, dabei zu sein

Wenn es nur einen Grund gäbe, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, hat Montemarano keinen Zweifel:
„Es sagt die Wahrheit über das Gefühl des Verlusts — und es sagt sie mit wunderschönen Worten.“

Und vielleicht ist genau das das stärkste Versprechen dieses Romans — und dieses Treffens: mit einer zusätzlichen Frage hinauszugehen und mit dem Gefühl, eine Geschichte durchquert zu haben, die bleibt.

Termin also: 25. April um 19 Uhr!

A. Denti