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Minimal Duo: Serena Chillemi und Tommaso Farinetti
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Minimal Duo: Serena Chillemi und Tommaso Farinetti
Musik

Minimal Duo: Serena Chillemi und Tommaso Farinetti

Serena Chillemi und Tommaso Farinetti sind zwei hochrangige Konzertkünstler, die zwischen Italien und Deutschland ausgebildet wurden. Gemeinsam schufen sie das musikalische Projekt Minimal Duo, aber nicht nur. Ihre Liebe zur Musik und zum Unterrichten brachte sie auch dazu, ihre eigene Klavierschule in München zu eröffnen.

Die Ausbildung in Italien und Ankunft in Deutschland

Ich begann mit dem Klavierunterricht an der städtischen Schule in Alba, der Stadt, in der ich meine Jugend verbrachte", erzählt Tommaso. "Neben dem klassischen Unterricht liebte ich es, stundenlang mit verschiedenen Instrumenten zu improvisieren: der Gitarre meiner Schwester, der Blockflöte und der Melodica (die ich in der Mittelschule spielte), elektronischen Keyboards und natürlich dem Klavier. Danach wechselte ich an das Konservatorium Giuseppe Verdi in Turin, wo ich mein Klavierdiplom erwarb. Nach einigen Jahren Konzert- und Lehrtätigkeit studierte ich anschließend Komposition am Konservatorium Bonporti in Trient. Und dann... kam Bayern, oder besser gesagt, ich kam am 18. März 2003 hier an, ein Datum, das man nicht so schnell vergisst! Es war so kalt und es lag Schnee. In den ersten Jahren lebte ich im Allgäu, versuchte die Sprache zu lernen und erlebte eine für mich neue Musik."
Die aus Catania stammende Serena kam noch im selben Jahr nach München: "Ich habe mein Abitur in Italien gemacht und 2003 die Aufnahmeprüfung für das Klavierstudium am 'Richard-Strauss-Konservatorium' in München bestanden, das ich dann mit einem pädagogischen und künstlerischen Diplom und einer Weiterbildung in Chorleitung, Komposition und Harmonielehre abgeschlossen habe".

Der Beginn der professionellen Zusammenarbeit: die Klavierschule in München

"Wir haben uns 2014 bei einem Workshop zur Klaviermechanik kennengelernt, den ein guter italienischer Techniker, der in München arbeitet, Francesco Brucchietti, organisiert hat", erzählt Tommaso weiter. "Nach einem Tag, an dem interessante Themen vertieft und viel gelacht wurde, war es Serena, die mir bei dieser Gelegenheit vorschlug, gemeinsam ein sehr schwieriges Stück für zwei Klaviere zu spielen. Daraus ist eine Zusammenarbeit entstanden, die dazu führte, dass wir 2019 unser Klavierstudio eröffnen.

"Wir lieben unsere Arbeit und unterrichten mit großer Freude und Verantwortung", fügt Serena hinzu. "Wir versuchen ständig, die Studenten zu motivieren und zu fördern, unter anderem durch regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten und Workshops sowie die Teilnahme an Wettbewerben und Meisterkursen. Unser Ziel ist es, dass die Kinder die Musik lieben lernen, denn diese Liebe wird sie ihr Leben lang begleiten."

 

 

Minimal Duo: Serena Chillemi und Tommaso Farinetti

Das Musikprojekt Minimal Duo

"Unser Klavierduo Minimal Duo hat im Oktober 2021 sein Debüt im Gasteig gegeben", erklärt Tommaso. "Minimalistische Musik entstand in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten aus dem Bedürfnis einiger Komponisten, die abstrakte Avantgarde-Musik jener Zeit zugänglicher zu machen. La Monte Young, Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass waren einige der Protagonisten dieser musikalischen Strömung, die vor allem auf der ständigen Wiederholung von rhythmischen und melodischen Zellen beruht. Das Programm, das wir in unseren Konzerten vorstellen, ist das Ergebnis einer sorgfältigen Suche nach selten gespielter Musik amerikanischer Komponisten für Klavierduo und wechselt geschickt zwischen verschiedenen Stimmungen, die für das Publikum immer anregend sind".

Musizieren in Bayern

Doch welche Erfahrungen haben Tommaso und Serena als italienische Musiker in Bayern gemacht? "Hier hast du die Chance, ein Publikum zu schaffen, das sich mit dir verbindet und dir auf deinem künstlerischen Weg folgt", unterstreicht Tommaso. "Es gibt viele Musikhäuser und Vereine, die in ganz Bayern Konzertsaisons veranstalten. So haben wir unser Duo-Programm nicht nur in der berühmten Stadt München präsentiert, sondern auch in einer kleinen Saison, die von einer kleinen Gemeinde im Bayerischen Wald, an der Grenze zur Tschechischen Republik, organisiert wurde. Und wir wollen auch mit verschiedenen italienischen Musikern zusammenarbeiten, mit denen wir gerne Hauskonzerte veranstalten".

München ist ein sehr offenes und aufgeschlossenes kulturelles Umfeld", sagt Serena. "Kurz nachdem ich mein Studium hier in München abgeschlossen hatte, versuchte ich, mich in deutschen Vereinen zu engagieren, um mit dieser Realität in Berührung zu kommen. So bin ich dem Pianistenclub und der Gedok (Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen) beigetreten, einer bundesweiten Vereinigung, die seit vielen Jahren im Zuge des deutschen Feminismus aktiv ist. Ich muss sagen, dass mir beides sehr geholfen hat, mich anzupassen. Gleichzeitig habe ich aber auch viele italienische Freunde: Als Italiener im Ausland hatte ich irgendwann wirklich das Bedürfnis nach ihnen."

"Unser italienischer Charakter: eine Stärke"

"Unser italienischer Charakter ist definitiv eine professionelle Stärke. Unsere deutschen Schüler sind fasziniert von unserem Zugang zur Musik und mehr. Manchmal verunsichert sie die direkte Art, wie wir mit den Dingen umgehen, besonders wenn wir offen über Gefühle sprechen. Das ist ein schwieriges Thema, das wir mit den Kindern hier angehen müssen, und es ist vielleicht auch ein bisschen unser Erziehungsauftrag", betont Tommaso.

"Ich stimme zu, Italiener hier in Bayern zu sein, ist ein absolutes Plus", bestätigt Serena. "Wir haben eine Art, an die Dinge heranzugehen, die sie mit großer Bewunderung betrachten. In technischer Hinsicht hat die italienische Klavierschule also eine große Tradition, und unsere Konservatorien bieten Ihnen eine unglaubliche Grundlage, die viel tiefgründiger ist als die einer deutschen Schule. Das Problem ist jedoch, dass sie keine ausreichenden Anlaufstellen bieten. Ich denke, dass die Integration meiner italienischen Basis mit meinem fortgeschrittenen Studium hier in Deutschland ein Trumpf war."

 

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