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Das italienische Schulsystem

Haben Sie sich jemals gefragt, wie die Schulen in Italien funktioniert? Sind Sie neugierig, mehr über das italienische Schulsystem und seine Eigenheiten zu erfahren? In diesem Abschnitt werden wir Ihnen die interessantesten Aspekte Italiens im Klassenzimmer vorstellen!

Das Schuljahr beginnt im September, nach den Sommerferien, die in der Regel etwa drei Monate dauern (von Mitte Juni bis Mitte September). Auch in Italien gibt es aufgrund der regionalen Autonomie gewisse Schwankungen im Schulkalender, aber die Unterschiede sind nicht so ausgeprägt wie zwischen den verschiedenen deutschen Bundesländern. Auch die Lehrpläne sind im ganzen Land recht einheitlich, da das Bildungsministerium für alle geltende Richtlinien, die sogenannten Nationale Curriculum Anweisungen, herausgibt. 

Gehen wir nun ein wenig ins Detail und informieren wir uns über die verschiedenen Bildungsniveaus in Italien. 

Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren können die Scuola dell'Infanzia (Kindergarten) besuchen, die wie in Deutschland nicht obligatorisch ist.

Die Schulpflicht beginnt im Alter von 6 Jahren mit der Grundschule, die fünf Jahre dauert, von der ersten bis zur fünften Klasse (bis die Kinder ungefähr 11 Jahre alt sind). In dieser Zeit lernen die Kinder lesen und schreiben und belegen die Hauptfächer: Italienisch; Englisch; Geschichte; Geografie; Mathematik; Naturwissenschaften; Technik und Informationstechnologie; Musik; Kunst und Bild; Sport; katholische Religion (oder alternative Aktivitäten, wenn sie dieses Fach nicht wählen). Die Anzahl der Wochenstunden variiert je nach der von den Familien gewählten Schulform: die so genannte Ganztagsschule umfasst 40 Stunden pro Woche, während andere Lehrpläne 24, 27 oder 30 Stunden pro Woche vorsehen. Früher gab es am Ende dieses Schulzyklus eine Abschlussprüfung, aber heute erfolgt der Übergang in die Sekundarstufe automatisch. Auch die Anzahl der Lehrkräfte in der Klasse hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert (zunächst nur eine, dann eine für jedes Modul, heute kann man auf einen Hauptlehrer bestehen). Nicht wundern: eines der typischen Merkmale Italiens ist die Häufigkeit von Schulreformen!

Im Alter von 11 bis 14 Jahren besuchen die Kinder eine dreijährige Sekundarschule. Der gebräuchlichste Name ist Mittelschule, von der ersten bis zur dritten Klasse. Die Unterrichtsfächer sind die gleichen wie in der Grundschule, wobei die Schüler, die dies wünschen, zusätzlich eine zweite europäische Sprache lernen können. In diesem Schulzyklus gibt es mehr Lehrer, fast einen pro Fach. Die Wochenstundenzahl beträgt in der Normalzeit 30, in der verlängerten Zeit 36 Stunden, die in Ausnahmefällen auf 40 erhöht werden kann. Am Ende dieses Studienzyklus findet eine Prüfung statt.

Im Alter von 14 bis 19 Jahren besuchen die Schüler die Sekundarschule (auch Höhere Schule genannt), die fünf Jahre lang dauert. Die ersten beiden Jahre sind obligatorisch, so dass Sie mit 16 Jahren beschließen können, Ihre Schulausbildung zu beenden, ohne einen "High School"-Abschluss (das Abitur) zu erhalten.

Die Schülerinnen und Schüler können zwischen drei Schultypen wählen:

- LICEI (dabei wählt man zwischen dem Kunstlerischen, Klassischen, Wissenschaftlichen, Linguistischen, Musikalischen und Tanz-Orientieren oder Humanwissenschaftlichen aus)

- TECHNISCHE EINRICHTUNGEN (sehr zahlreich, zum Beispiel können sie eine wirtschaftliche, touristische, mechanische oder elektronische Ausbildung genießen in der sie sich mit Computer und Telekommunikation, Logistik, Grafik-Design, Chemie, Textil, Landwirtschaft und vielem mehr beschäftigen)

- PROFESSIONELLE EINRICHTUNGEN (ebenfalls sehr zahlreich, sie können eine landwirtschaftliche, sozial-sanitäre, kommerzielle, Hotel-, industrielle oder handwerkliche Ausbildung absolvieren).

Dieser Zyklus sieht eine Abschlussprüfung vor, die es den Schülern ermöglicht, ein Diplom zu erhalten, das diploma di maturità (Diplom der Reife) oder einfach maturità genannt wird und in Hundertsteln berechnet wird (Mindestnote 60/100, Max. 100 e lode, also mit Lob). Diejenigen, die die Abschlussprüfung bestanden haben, können eine höhere Ausbildung an Universitäten, Hochschulen für Kunst, Musik und Tanz (AFAM) und höheren technischen Instituten (ITS) mit verschiedenen Studiengängen absolvieren.

Aber was sind die besonderen Merkmale des italienischen Systems, die sich stark vom deutschen unterscheiden? An erster Stelle steht sicherlich der Aspekt der Inklusion. Das italienische Schulsystem ist so organisiert, dass die Teilnahme für alle gewährleistet ist und diejenigen, die es brauchen, von speziellen Lehrkräften, den so genannten Förderlehrern, unterstützt werden, die Schülern mit besonderen Bedürfnissen helfen, sich in das Klassensystem zu integrieren. Ein weiteres Merkmal ist die Flexibilität, d. h. die Möglichkeit, sich im Laufe eines Kurses umzuentscheiden und mit jedem Abschluss, solange es sich um einen fünfjährigen handelt, immer die Möglichkeit zu haben, ein Hochschulstudium aufzunehmen.

 

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